Episode 03: Die Schätze unseres Herzens
Ein Stein, eine Feder.
Ein verwelktes Blümchen oder ein kleiner Knopf.
Wir Eltern haben all diese Dinge vermutlich schon einmal beim Waschen in einer Jackentasche gefunden oder zwischen den Schätzen unserer Kinder entdeckt.
Oft halten wir sie kurz in der Hand und fragen uns, warum ausgerechnet dieses kleine Ding offensichtlich so wertvoll war, dass es unbedingt mit nach Hause genommen werden musste.
Während ein Stein für uns häufig einfach nur ein Stein unter Millionen ist, trägt er für ein Kind oft eine ganz eigene Bedeutung.
Ein Blatt, das an einen besonderen Nachmittag im Wald erinnert.
Eine Feder, die an genau dieser besonderen Stelle auf dem Spielplatz gefunden wurde. Dort, wo sie kurz zuvor noch zu viert eine Sandburg gebaut hatten. Kleine Dinge wie diese erinnern unsere Kinder oft an einen Menschen, mit dem dieser Moment geteilt wurde, oder an ein Gefühl, das festgehalten werden wollte.
Kinder sammeln meist nicht einfach nur Dinge. Sie sammeln Bedeutung. Sie besitzen die wunderbare Fähigkeit, sich für die kleinen Wunder zu begeistern, an denen wir Erwachsenen längst vorbeigehen.
Wie oft kommen sie aufgeregt angerannt und präsentieren uns die ungewöhnlichste Form eines Steins oder die besondere Farbe eines Blattes?
Für sie sind all das Erinnerungen, die sie in den Händen halten können. Liebe, die sichtbar wird. Gefühle, die festgehalten werden möchten, und ganz besonders Geschichten, die ein Zuhause finden.
Und vielleicht sind die Schätze unserer Kinder deshalb so kostbar.
Nicht wegen dem, was sie sind.
Sondern wegen allem, was sie bewahren.